Benjamin Franklin


Benjamin Franklin (* 17. Januar 1706 in Boston, Massachusetts; † 17. April 1790 in Philadelphia, Pennsylvania) war ein nordamerikanischer Verleger, Staatsmann, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder, Naturphilosoph und Freimaurer. Er gilt heute als Erfinder des Blitzableiters.


Portrait von Benjamin Franklin, gemalt 1777 von Jean-Baptiste Greuze Von früher Kindheit an eignete sich Benjamin Franklin einen immensen Wissensfundus durch intensive Lektüre geistlicher und allgemeinbildender Literatur autodidaktisch an. Als Franklin zehn Jahre alt war mußte er die Schule verlassen, um seinen Vater, einem Krämer und Seifenmacher zu helfen. Nachdem er sein großes Interesse an Büchern entdeckte, wechselte er seine Tätigkeit und ging bei seinem Bruder, einen Buchdrucker zur Lehre. 1723 ging er nach vorzeitiger Auflösung seines Lehrverhältnisses nach Philadelphia und arbeitete dort erneut in einer Druckerei. Nach einem kurzen London-Aufenthalt macht er sich in Philadelphia einen Namen als selbständiger Buchdrucker und später auch als Verleger. 1748 gab Franklin seinen Druckereibetrieb durch Verkauf auf. Er wurde 1750 in das Abgeordnetenhaus von Pennsylvania (Pennsylvania Assembly) gewählt. 1751-53 veröffentlichte er die Resultate seiner naturwissenschaftlichen Arbeit über Elektrizität in seinem Werk Experiments and Observations on Electricity. Von 1751-64 war er Mitglied der Colonial Legislatur und stellvertretender Postminister von Philadelphia. 1752 erfand Franklin den Blitzableiter.


Ab 1747 beschäftigte sich Franklin mit der Theorie der Elektrizität. In vielen Experimenten untersuchte er die Funken, die bei elektrischer Aufladung entstehen. In Briefen an einen Freund in London entwickelte er eine Theorie, die in ihren Grundzügen noch heute gültig ist. Diese und andere Arbeiten verschafften Franklin unter den damaligen Physikern in Europa großes Ansehen. Besondere Aufmerksamkeit erregte er mit der These, dass auch ein Blitz nichts anders sei als ein Funke in großem Maßstab. Diese Ansicht war zwar alles andere als neu, aber Franklin schlug in einem seiner Londoner Briefe 1750 erstmals auch eine experimentelle Anordnung vor, um die These zu überprüfen. Er ließ es jedoch bei dem Vorschlag bewenden und griff ihn erst zwei Jahre später in etwas modifizierter Form wieder auf. Er verwendete einen so genannten elektrischen Drachen. Die elektrische Ladung des Blitzes sollte sich an der Halteschnur nach unten bewegen und an einem metallenen Schlüssel sammeln. Aus diesem Schlüssel müsste man, wenn seine Idee richtig war, Funken ziehen können.


Um sich dem Gespött der Leute zu entziehen, ließ er diesen Drachen nur in Gesellschaft seines Sohnes am 15. Juni 1752 bei heranziehenden Gewitterwolken steigen. Und zu seiner großen Freude klappte es mit den Funken. Die Hypothese über den Blitz hatte sich also als wahr herausgestellt.


zeitgenössische Darstellungen vom Franklin-Experiment zeitgenössische Darstellungen vom Franklin-Experiment zeitgenössische Darstellungen vom Franklin-Experiment

zeitgenössische Darstellungen vom Franklin-Experiment am 15. Juni 1752 mit seinem Sohn


Als praktisch veranlagter Mann schloss Franklin daraus, dass man die schädlichen Wirkungen eines Blitzschlags von den Gebäuden würde ableiten können, wenn man auf oder neben ihnen Eisenstangen errichten und diese mit dem Erdboden verbinden würde. Im 13. seiner Briefe nach London stellte er 1753 diese Idee ausführlich vor, und sie verbreitete sich rasch. Schon im Jahr darauf baute ein mährischer Pfarrer den ersten dieser "Blitzableiter" in Europa, und der erste deutsche Blitzableiter wurde 1769 auf dem Hamburger Jacobikirchturm errichtet.


Benjamin Franklins Blitz-Glocken


Benjamin Franklin hat die Gewitterblitze erforscht und gilt als Erfinder des Blitzableiters. Er hat den Blitz aber noch tiefergehender untersucht. Beispielsweise hat er versucht die Polarität des Blitzes zu bestimmen. Dazu brachte er eine drei Meter lange Eisenstange auf dem Dach seines Hauses an. Er führte eine Erdungskabel über seine Innentreppe und brachte an den beiden 15 cm auseinander stehenden Enden der Zuleitungen je eine Glocke an. Eine isoliert angebrachte Metallkugel wurde frei schwingend in die Mitte beider Glocken aufgehängt. Durch den Vergleich der Ladung an der Blitzableiterstange mit einer bekannten positiven Ladung erkannte er, dass die Unterseite von Gewitterwolken vorwiegend negativ geladen sind. Das stimmt mit den heutigen Erkenntnissen erstaunlich gut überein. Die isolierte Metallkugel wurde von der Ladung einer Glocke an gezogen und übernahm bei Berührung deren Ladung. Daraufhin wird sie von der anderen Glocke angezogen und hat dort die Ladung wieder abgegeben. Durch das Hin und Her der Metallkugen entstand ein gut hörbares Läuten. Seine Erfahrungen mit den Blitzglocken beschreibt Franklin in seinen Briefen folgendermaßen:


Benjamin Franklin, Sämmtliche Werke, Dresden, 1790, In der Waltherischen Hofbuchhandlung, S. 175 [21]: "Im September 1752 richtete ich eine eiserne Stange auf, den Blitz in mein Haus herunter zu leiten, und einige Versuche damit anzustellen. Ich brachte hierbei zwo Glocken an, eine Erfindung, die fast jeder Electricus gehabt hat, welche anzeigen sollten sobald die Stange elektrisch werden würde. Ich fand hierdurch, daß die Glocken zuweilen zu läuten anfingen, wenn man gar keinen Blitz oder Donner verspürte sondern nur eine schwarze Wolke über der Stange fand: und daß dieselbe zuweilen nach einem Blitz zu läuten aufhörten; zu anderen Zeiten aber, wenn sie vorher gar nicht geläutet hatten, nach erfolgtem Blitz schleunig zu läuten anfingen."


Benjamin Franklin of Philadelphia, von Mason Chamberlin, 1763
Benjamin Franklin of Philadelphia, von Mason Chamberlin, 1763


Heute wissen wir, dass dieses Experiment lebensgefährlich war. Ein Blitz hätte in den Ableiter einschlagen können und damit eine gefährlich hohe Berührungsspannungen geführt sowie einen brandgefährlichen Lichtbogen zwischen den Glocken gezündet.


Benjamin Franklin starb am 17. April 1790 in Philadelphia, Pasadena. 1959 wurden zahlreiche philosophische und naturwissenschaftliche Schriften 'The Papers of Benjamin Franklin', 40 Bände, herausgegeben.


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