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Das Naturereignis Blitz

Galerie
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Der Blitz ist ein höchst interessantes Naturereignis. Dahinter verbirgt sich eine gewaltige elektrische
Entladung in der Atmosphäre. Diese kann zwischen den Wolken oder zwischen Wolken und der Erde
stattfinden. Bei Blitzen zur Erde unterscheidet man zusätzlich zwischen Aufwärts- und
Abwärtsblitz. Auf jeden Fall kann der Blitz mit seinen technischen Daten mächtig protzen.
Hier die wichtigsten Daten: der Blitz ist bis zu 30.000 °C heiß, vor der Entladung werden
elektrische Spannungen von einigen 100 Millionen Volt aufgebaut, bei der Entladung fließt
ein elektrischer Strom von einigen 10 000 Ampere, daraus errechnet sich eine Leistung von
1000 Gigawatt, der Leitblitz erreicht eine Geschwindigkeit von 300 Kilometer pro Sekunde,
entsprechend der Länge des Blitzes dauert der Ladungsausgleich nur eine zehntausendstel bis
hunderttausendstel Sekunde. Leider kann der Blitz unser Energieproblem nicht lösen, denn die
aus Leistung und Zeit berechnete geleistete Arbeit beträgt nicht mehr als einige 10 Kilowattstunden.
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Technische Daten vom Blitz
| Parameter |
Wert |
| Temperatur |
30 000° C |
| Spannung |
100 000 000 Volt |
| Strom |
10 000 Ampere |
| Leistung |
1 000 Gigawatt |
| Geschwindigkeit |
300 km/s |
| Dauer |
10-5 bis 10-6 Sekunden |
Der Blitz ist eine meteorologische Erscheinung, die bei einem Gewitter auftreten kann. Das
Gewitter entsteht, wenn warme und ausreichend feuchte Luftmassen in große Höhen transportiert
werden. Diese Bewegung entsteht, wenn:
- Bei kalten Luftmassen durch intensive Sonneneinstrahlung der Boden schnell erwärmt wird.
Die bodennahen Luftmassen werden erwärmt und steigen schnell auf. Es entsteht ein Wärmegewitter.
- Bei Frontgewittern schiebt sich durch einen plötzlichen Kälteeinbruch kühle Luft unter die
warme und zwingt diese zum Aufstieg.
- Bei orographischen Gewittern
wird die warme bodennahe Luft bei ansteigendem Gelände durch Überströmen angehoben.
Die Aufwärtsbewegung der Luft wird durch zwei physikalische Effekte noch weiter verstärkt.
Die aufsteigende Luft kühlt sich bei gleichzeitig abnehmendem Luftdruck weiter ab und erreicht
eine Sättigungstemperatur von Wasserdampf. Bei der Kondensation zu Wassertröpfchen wird Wärme
freigesetzt, die die Luftmassen weiter erwärmt und nach oben steigen lässt. An dem Gefrierpunkt
bei 0°C gehen die Wassertröpfchen in Eiskristalle über. Auch hier wird Gefrierwärme freigesetzt,
die die Luft leichter macht und damit weiter aufsteigen lässt. Es bilden sich Aufwindschläuche
mit Luftbewegungen bis zu 100 km/h, die große Quellwolken bis zu einer Höhe von 12 km erzeugen.
 Entwicklung einer Haufenwolke zur Schauer- und Gewitterwolke
Die Entwicklunggstadien einer Gewitterwolke werden nach Byers-Braham in drei Stufen eingeteilt.
Stufe A (im Bild 1 und 2) zeigt das Anfangsstadium, Stufe B (im Bild 3) das Reifestadium und
Stufe C (im Bild 4) das Endstadium der Gewitterzelle. Im Anfangsstaduim wächst die Zelle auf
eine horizontale Ausdehnung von typischerweise 5-8km an. Während des Reifestaiums entsteht die
gröste horizontale Ausdehnung mit bis zu 16km auf. Sofern die Wolke über die 0°C-Grenze herausragt,
verliert sie ihre klaren Konturen. Es sieht an
der Obergrenze aus wie Rauch, der sich nach oben hin verliert. In dieser Phase beginnt eine starke Bildung
von Niederschlag. Die mitgeführte kalte Luft (Abwind) divergiert am Boden in nach allen Seiten
und erzeugt starke Windböen. Hat sich der Abwind auf den gesamten Querschnitt der Zelle verteilt,
ist das Endstadium erreicht. Die Luftzufuhr von unten nimmt ab und der Regen wird schwächer. Mit
dem geringen Aufwind löst sich die Zelle allmählich auf.
Durch die Reibung der Wassertröpfchen und Eiskristalle auf dem Weg nach oben, werden sie elektrisch
aufgeladen. In der Regel werden im oberen Teil der Wolke Partikel mit positiver Ladung und im
unteren Teil die mit negativer Ladung angehäuft. Sobald die lokale Raumladungsdichte groß genug
ist (etwa bei einigen 100 kV/m), wird der Ladungsunterschied durch den Blitz ausgeglichen. Da die
Ladungsträger innerhalb der Wolke immer weiter auseinander driften, erfolgt der Ladungsausgleich
zu externen Regionen. Das sind entweder andere Wolken als Wolke-Wolke-Blitz oder die Erde als
Wolke-Erde-Blitz.
 Entwicklung des Leitblitzes und der Fangentladung
Aus dem negativen Ladungszentrum der Gewitterwolke schiebt sich ein mit Wolkenladung gefüllter, zylinderförmiger
Schlauch mit einem Durchmesser von einigen 10 Metern und einem dünnen, hoch ionisierten Plasma-Kern mit einem Durchmesser
von etwa 1 cm ruckweise zur Erde vor (Bild). Dieser so genannte Leitblitz hat eine Vorwachsgeschwindigkeit in der
Größenordnung von einem Tausendstel der Lichtgeschwindigkeit, also 300 km/s. Der Leitblitz wächst ruckweise in Abschnitten
von einigen 10 m vor, wobei die Pause zwischen den Ruckstufen einige 10 Mikrosekunden beträgt.
Wenn sich der Leitblitz der Erde bis auf einige 10 bis einige 100 m genähert hat, erhöht sich beispielsweise an den dem
Leitblitzkopf nahe gelegenen Spitzen von Bäumen oder Giebeln von Gebäuden die elektrische Feldstärke so stark, dass schließlich
die elektrische Festigkeit der Luft überschritten wird und von dort aus nun ebenfalls eine dem Leitblitz ähnliche, einige
10 bis einige 100 m lange so genannte Fangentladung ausbricht, die dem Leitblitz entgegen wächst und schließlich mit dem
Leitblitzkopf zusammentrifft. Über den so aufgebauten Weg kann
der Ladungsausgleich mit 100 000 km/s (1/3 Lichtgeschwindigkeit) erfolgen. Dieser Vorgang wird als
grell aufleuchtende Blitzentladung sichtbar.
 Einteilung der Wolke-Erde-Blitze nach Richtung und elektrischer Ladung
Je nach Richtung und elektrischer Ladung werden die Wolke-Erde-Blitze in 4 Blitztypen eingeteilt.
Am häufigsten treten negative Wolke-Erde-Blitze auf. Dabei entsteht aus dem negativen Ladungszentrum
am unteren Ende der Wolke ein Ladungszylinder.
Übrigens, der Donner entsteht dadurch, dass die Luftmoleküle durch die Entladung plötzlich
auseinander getrieben werden, was eine kurze aber heftige Luftbewegung verursacht. Durch die
unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit werden Blitz und Donner unterschiedlich
wahrgenommen. Nach der Faustformel errechnet sich die Entfernung des Blitzes aus der Zeit zwischen
Blitz und Donner durch 3 - in Kilometern.
Warum verzweigen sich Blitze?
Um diese Frage zu beantworten erinnern wir uns, dass der Blitz eine Strecke aus ionisiertem Gas in
der Luft bildet. Das ionisierte Gas hat hervorragende elektrische Eigenschaften, während die umgebende
Luft nahezu keinen elektrischen Strom leitet. Während des Aufbaus der ionisierten Strecke kommt es
zu den Verzweigungen, wenn die Grenze zum neutralen Gas instabil wird. Der Blitz verzweigt sich in
mehrere Finger. Die Größe der Aufspaltung hängt von der Stärke des elektrischen Feldes ab. Nur der
Zweig, der die Erde mit der Wolke verbindet, wird schließlich zum Ladungsausgleich genutzt. Nach dem
Ausgleich wird der Blitz komplett wieder abgebaut.
Zerstörung durch den Blitzschlag
 vom Blitz gespaltener Baum
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Der hohe Stoßstrom, der in einer extrem kurzen Zeit aufgebaut wird, erzeugt ein starkes
elektromagnetisches Feld. Dieses Feld ruft nach dem Prinzip des Transformators, selbst in weit
entfernten elektrischen Leitern noch so hohe und gefährliche Stromstöße hervor, dass angeschlossenen
elektrische Geräte Schaden nehmen können.
Viele Einschläge von Blitzen erfolgen in Bäume, die entweder frei stehen oder sich in ihrer
Höhe von der Umgegend weit absetzen. Die hohe Temperatur des Blitzkanals lässt die Feuchtigkeit
im Baumstamm explosionsartig verdampfen, was zu so einem hohen Druck führt der den Baumstamm
mit Leichtigkeit spalten kann. Auch Einschläge in menschliche Körper rufen extreme Verbrennungen
hervor. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass Menschen einen Blitzschlag überleben. Dann aber nur,
weil der Weg des Blitzes nicht durch die wichtigsten Organe wir Herz oder Gehirn gegangen sind.
Blitzeinschläge in Gebäude rufen oft eine große Verwüstung hervor. So kann die hohe Temperatur
des Blitzes schnell einen Brand hervorrufen. Aber auch das elektromagnetische Feld hat soviel
Kraft, dass elektrische Leiter durch Induktionen aus der Wand geschleudert werden oder dicke Rohre
und Draht auseinander getrieben werden. Der Blitzschutz in Gebäuden sollte daher sowohl gegen hohe
Temperaturen aus auch gegen Induktionskräfte ausgelegt sein.
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Erfindung des Blitzableiters
Blitz und Donner wurden früher als Laune der Götter interpretiert. Als
Benjamin Franklin 1752
seinen Drachen in ein Gewitter lenkte, konnte er den Blitz als gewaltige elektrische Entladung
erkennen. Kurz darauf erfand er den Blitzableiter - im Wesentlichen so, wie er heute noch
funktioniert. In den Anfangszeiten war man der Meinung, dass Blitzableiter am höchsten Punkt
des zu schützenden Objektes angebracht und besonders spitz sein müsste. Die Form des höchsten
Punktes hat jedoch keinerlei Einfluss auf die Funktion. Heute werden Blitzableiter in
festgelegten Abschnitten über den First und die Dachflächen verlegt und mit Antennenanlagen,
Schornsteinen, der Wasserleitung und dem im Boden verlaufenden Fundamenterder verbunden.
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