Gottfried Biegelmeier
Prof. Ing. Dr. phil. Gottfried Biegelmeier (* 1924 in Wien; † 8.7.2007 in seinem Landhaus in Lunz am See)
studierte in seiner Heimatstadt Elektrotechnik und Experimentalphysik, promovierte 1949 in Physik an der Wiener
Universität und begann seine berufliche Laufbahn in den Prüfstellen des Verbandes der Elektrizitätswerke Österreichs
und der Bundesversuchsanstalt Arsenal.
Von 1957 an als Ingenieurkonsulent für Elektrotechnik staatlich autorisiert, leitete er das Entwicklungslaboratorium
für Niederspannungsschaltgeräte eines Industriebetriebes. Er spezialisierte sich auf die Gebiete Schutztechnik und
Schutzmaßnahmen.
Seit 1975 arbeitete er besonders auf dem Gebiet der Elektropathologie. Er führte Selbstversuche durch, die den Beweis
der Wirksamkeit von FI-Schutzschaltern beim direkten Berühren aktiver Teile erbrachten. In diesem Zusammenhang konnte
auch neues Wissen über die Körperimpedanzen lebender Menschen bei Berührungsspannungen bis 200 V erworben werden. Ebenso
wichtig waren seine Studien über die Gefahrengrenzen beim Herzkammerflimmern, die zur Extrasystolentheorie und damit zur
Erklärung des Z-förmigen Verlaufs der Flimmerschwelle führten.
Für diese wissenschaftlichen Leistungen wurde Biegelmeier von der Republik Österreich 1978 der Berufstitel Professor
und 1993 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen. Unter den internationalen Anerkennungen seien
nur der amerikanische IEEE-Power Life Award 1985 und der japanische IKEDA Award 1993 genannt.
Unmittelbar der Sicherheit der Elektrizitätsanwendung dienten zahlreiche Patente von Biegelmeier zur Verbesserung der
Technik der Fehlerstromschutzschalter und sein Prinzip der dreifachen Sicherheit für den Schutz gegen den elektrischen
Schlag. Seine Arbeiten haben die einschlägigen nationalen und internationalen Normen maßgeblich beeinflusst.
1996 gründete er die gemeinnützige Privatstiftung „Elektroschutz" in Wien mit der Aufgabe, Forschungsvorhaben auf dem
Gebiet des Elektroschutzes durchzuführen. Seither sind die Forschungsberichte dieser Stiftung weltweit zu Standardwerken
des Elektroschutzes geworden.
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