Überspannungsschutz für SAT- und TV-Anlagen
Anlagen für Home-Entertainment bieten uns täglich Informationen und Freude. Hochwertige und moderne
Systeme haben zudem hohe Anschaffungskosten. Damit die Freude am schönen neuen Gerät nicht nur bis
zum nächsten Sommergewitter hält, sollten rechtzeitig die passenden Maßnahmen zum Blitz- und
Überspannungsschutz getroffen werden. Und um nicht vor jedem drohenden Gewitter hinter dem Schrank die
Strom- und Antennenstecker ziehen zu müssen, kann man mit einfachen Maßnahmen einen automatischen und
wirksamen Schutz aufbauen.
Blitzschutz für SAT-Antennenanlagen
In erster Linie müssen SAT-Antennen auf den gewünschten Satteliten ausgerichtet sein. Aber die Wahl des Standorts
sollte auch nach weiteren Gesichtspunkten erfolgen. Gerade wenn die Antenne auf dem Dach montiert
wird, ist sie bei Gewitter eine potentielle Einschlagstelle für Blitze. So kann der Blitz über das
SAT-Kabel ins Haus gelangen, die darin lebenden Personen gefährden, wertvolle elektronische Geräte zerstören,
Kabel verschmoren und weitere Schäden anrichten.
Grundsätzlich sollte man sich bereits vor der Installation der Antennen die notwendigen Gedanken zum Blitz-
und Überspannungsschutz machen.
 Entscheidungshilfe für Blitzschutzeinrichtung an Satteliten-Empfangsanlagen
Auf die Frage, wie die neue Antenne in den Blitz- und Personenschutz eingebunden werden soll, kann die
grafisch dargestellt Entscheidungshilfe genutzt werden. Die erste Frage ist, ob die Antenne sich
in einem geschützten Bereich befindet.
Nach DIN VDE 0855 T1 sind für Außenantennen, die mehr als 2 m unterhalb der Dachkante und weniger
als 1,5 m vom Gebäude entfernt sind, keine Blitzschutzmaßnahmen erforderlich. Falls es möglich ist,
sollte die Antenne in diesem Bereich installiert werden.
Wie alle metallenen Teile im Haus, ist der Mast mit dem Spiegel an den Potentialausgleich anzuschließen.
Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient hauptsächlich dem Personenschutz.
Zusätzlich sollte man das Koaxialkabel gegen eingekoppelte Überspannungen schützen.
Die Überspannungen können durch Einschläge in der Nähe oder andere, parallel liegende Leitungen entstehen
und erhebliche Schäden an den elektronischen Geräten hervorrufen.
 Im geschützten Bereich ist keine Erweiterung der Blitzschutzanlage notwendig.
Falls es keine Möglichkeit gibt die Antenne im geschützten Bereich zu installieren, stellt sich die Frage,
ob ein äußerer Blitzschutz am Gebäude vorhanden ist. Sollte er nicht vorhanden sein, muss der Mast mit einer
Erdungsleitung von mindestens 16 mm2 Kupfer angeschlossen werden. Für den Personenschutz wird
zusätzlich ein Potentialausgleich für den Mast gefordert. Das Überspannungsschutzgerät realisiert neben der Ableitung
von Überspannungen gleichzeitig den Potentialausgleich des Koaxialschirms über die Schutzleiter-Verbindung zur
Potentialausgleichsschiene (PAS).
 SAT-Antenne ohne äußeren Blitzschutz mit Erdungsleitung am Mast
Sobald festgestellt wurde, dass ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist, muss ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
Es kann sich immer noch herausstellen, dass die SAT-Antenne durch den vorhandenen Blitzschutz bereits abgesichert
wird. Dazu wird die neue Antenne in der Blitzschutzzone 0B installiert.
Sollte auch das nicht möglich sein, muss der vorhandene Blitzschutz erweitert werden. Aber Achtung: Es ist
falsch, den Antennenmast einfach mit dem Blitzableiter zu verbinden. Dadurch wird der abzuleitende Blitz wird in
das Gebäude geleitet und das gesamte System ist wirkungslos und zusätzlich gefährlich geworden.
 Blitzschutz-Erweiterung für eine SAT-Antenne unter Berücksichtigung des Trennungsabstands
Blitzableiter und Potentialausgleich müssen getrennt zur Erde geführt werden. Zusätzlich ist ein
Trennungsabstand s einzuhalten, damit
der Blitz nicht vom Blitzableiter zum Potentialausgleich im Haus überspringen kann.
Der Fachmann wird den Trennungsabstand berechnen und eine neue Fangstange so positionieren, dass sich der Mast
und die SAT-Antenne im geschützten Bereich der Blitzschutzzone 0B befinden. Die Verbindung zum Blitzschutz muss
blitzstromtragfähig ausgelegt sein. Das bedeutet mindestens 16 mm2 Kupferdraht,
25 mm2 Aluminium oder 50 mm2 Stahl müssen verwendet werden. Gleichzeitig wird er den Mast mit
dem Potentialausgleich verbinden und auch dabei wieder den Trennungsabstand zum Blitzschutz einhalten. Hier ist nur
ein Querschnitt von 4 mm2 Kupfer gefordert. Sinnvolle Ergänzung ist auch hier wieder der Überspannungsschutz
für das Koaxialkabel.
Mechanische Festigkeit, Windlast
Alle Außenantennen müssen eine mechanische Festigkeit besitzen um den auftretenden Windkräften stand zu halten.
Sie dürfen nicht brechen und es dürfen keine Teile herunter fallen, die eventuell Personen verletzen oder Sachen beschädigen
können. Neben der Antennen selbst ist auch die Mastkonstruktion in die Betrachtung einzubeziehen. Für die Abschätzung der mechanischen
Festigkeit soll kurz auf die Berechnung der Windlast eingegangen werden.
Die Windlast (FW) ist der Widerstand der Antennenkonstruktion bei starkem Wind. Sie wird in Newton (N) gemessen. Die maximale
Windlast wird bei vielen Antennenherstellern mit angegeben. Sie wird berechnet aus dem Produkt von Staudruck und Windfläche:
FW = q * AW
Der Staudruck (q) wird berechnet aus der Luftdichte (p) und der Windgeschwindigkeit (v) zum Quadrat. Dadurch wird deutlich, dass die Windgeschwindigkeit
eine wesentliche Komponente für die Windlast ist. Die Luftdichte am Boden bis maximal 20 m Höhe wird mit 1,29 kg/m3 angenommen.
q = 0,5 * p * v2
Die Windfläche AW wird berechnet aus dem Produkt vom Widerstandsbeiwert cW und der projizierten Fläche AP.
Der Widerstandbeiwert für Satellitenempfangsanlage ist wegen der Form des Spiegels extrem schlecht. Er wird daher mit 1,5 angegeben.
Die projizierte Fläche für einen runden Mast wird einfach aus dem Produkt von Länge (L) und Durchmesser (D) gebildet. Die Fläche des
SAT-Spiegels entsprechend aus π * r2.
AW = cW * AP
Die komplette Formel für die Berechnung der Windlast lautet daher: FW = 0,5 * p * v2 * cW * ((L * D) + (π * r2))
Die zu erwartende Windlast in Deutschland ist in der Norm DIN 1055-4 definiert worden. Dabei wurde Deutschland in vier Windlastzonen
aufgeteilt. Etwa 95% der Fläche entsprechen den Zonen I und II. Daher wird generell mit den Werten der Windlastzone II gerechnet.
Tabelle 1: Windlastzonen in Deutschland
| Zone |
I |
II |
III |
IV |
| Region |
bis 600 m über NN |
Norddeutsche Tiefebene |
Küstengebiete der Nord- und Ostsee |
Inseln der deutschen Bucht |
| Staudruck |
0,80 kN/m2 |
1,05 kN/m2 |
1,40 kN/m2 |
1,70 kN/m2 |
| Windgeschwindigkeit |
126,7 km/h |
145,1 km/h |
161,5 km/h |
184,7 km/h |
Anhand der Werte für Ihre Windlastzone, sowie der Bauform und Höhe der Antennenkonstruktion, sollte es möglich sein die maximale Windlast zu berechnen
und so die geforderte Sicherheit für mechanische Festigkeit der Antennenanlage zu prüfen. Im vereinfachten Modell kann man sich die errechnete
Kraft in Newton als Gewicht in kg vorstellen, die über eine Umlenkrolle an der Antenne zieht. Die gleiche Berechnung gilt natürlich auch für
die Fangstange der Blitzschutzanlage. Die Windfläche ist wesentlich kleiner und die zusätzliche Höhe wird wenig Einfluss auf die Windlast haben.
Für Sonderkonstruktionen kann anhand der genannten Formel immer abgeschätzt werden, ob zusätzliche Maßnahmen für die Befestigung notwendig sein
können. Im Zweifel sollte man einen Prüfstatiker hinzuziehen, denn Antennenanlagen unterliegen der Bauordnung der Länder und müssen den statischen
Anforderungen genügen.
Überspannungsschutz für SAT-Antennenanlagen
 Installation eines Blitzschutz-Kombiadapters vor dem SAT-Receiver
Das Signal der Sattelitenanlage wird von einem LNB (Low Noise Block Converter) aufgenommen. Es wird
über ein Koaxialkabel mit Impedanzwert von 75Ω an den SAT-Receiver geleitet, der es für den
Eingang am Fernseher aufbereitet. Ist nur eine Empfangsanlage für mehrere Fernseher vorhanden, wird
das Signal über einen SAT-Multiswitch verstärkt und aufgeteilt.
 Installation eines Überspannungsschutzes vor dem SAT-Multiswitch
Um die Anlage gegen Überspannungen zu schützen, ist ein Überspannungsschutz vor dem ersten Gerät nach
Hauseintritt zu installieren - also vor dem Receiver oder vor dem Multiswitch. Dabei sollten die Geräte für den Überspannungsschutz
keine Reflektionen des HF-Signals erzeugen und nur eine geringe Dämpfung aufweisen. Die frequenzabhängige
Dämpfung überschreitet bei guten Überspannungsschutz-Adaptern nie den Wert von 2dB.
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Es gibt kleine Überspannungsschutz-Zwischenstecker, die für geringen Preis angeboten werden. Sie sind oft aus Metall,
haben einen F-Stecker auf der einen Seite und eine F-Buchse auf der anderen Seite und sollen zwischen LNB und Receiver
geschaltet werden. Manche Shops empfehlen sogar an jedem Ende einen Zwischenstecker zu installieren. Diese Geräte bieten
keinen professionellen Schutz, weil sie die Überspannung kurz schließen aber nicht zur Erde ableiten. Der SAT-Receiver ist
ein schutzisoliertes Gerät, das keinen Schuko-Stecker nutzt. Selbst, wenn der Schirm des Koaxialkabels mit dem Gehäuse
des Receivers verbunden ist, kann die Überspannung nicht abgeleitet werden. Wenn solche Zwischenstecker bereits installiert
sind, sollte der Betreiber den Schirm des Koaxialkabels an irgendeiner Stelle zwischen LNB und Receiver mit dem
Potentialausgleich des Hauses verbinden.
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Überspannungsschutz für 4 x SAT und eine terrestrische Antenne
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In vielen Haushalten wird mehr als nur ein Fernseher genutzt. Für eine optimale Sicherheit wird
der Überspannungsschutz daher nach dem Hauseintritt und vor der Verteilung eingebunden. Der
TV 4+1 von OBO Bettermann schützt gleichzeitig vier SAT-Eingänge und
einen Eingang einer terrestrischen Antenne. Da der Adapter keinen Zugang zum Schutzleiter hat,
muss er bei der Montage über die dafür vorgesehene Klemme fest mit dem Erdpotential verbunden werden.
Die Stromversorgung der Heimelektronik sollte
zur kompletten Absicherung ebenfalls mit einem Überspannungsschutz versehen werden.
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Überspannungsschutz Kombiableiter für Stromversorgung und SAT- oder Kabel-Anschluss
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Für den optimalen Schutz eines einzelnen Fernsehers bietet der Kombiableiter
FC SAT D von OBO Bettermann gleichzeitigen Schutz vor Überspannungen
aus den Stromnetz und von der Antennenseite. Als Zwischenstecker in der Steckdose ist eine Ableitung der
Überspannung über den Schutzleiter automatisch gegeben. Der F-Stecker für das SAT-Antennenkabel kann mit
den mitgelieferten Adaptern auf die Steckverbinder der klassischen Antennentechnik umgesetzt werden. So
kann mit demselben Adapter auch ein Kabelanschluss abgesichert werden.
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... weiter zu Überspannungsschutz für USV
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