Überspannungsschutz Varistor
Der Varistor verdankt seinen Namen den englischen Begriffen "variable resisitor". Er besteht eigentlich
aus einer Vielzahl von parallel und in Reihe geschalteten bidirektional arbeitenden Dioden, die im
Sperrbetrieb betrieben werden. Während anfänglich Siliciumcarbid-Varistoren eingesetzt wurden, werden
heute vornehmlich Zinkoxid-Varistoren verwendet.

technischer Aufbau eines Varistors
Der gesinterte Werkstoff der Zinkoxid-Varistoren besteht zu 90% aus Zinkoxid und zu 10% aus anderen
Metalloxiden. Der Varistor-Effekt entsteht bei der Sinterung an den Granzen zwischen zwei Zinkoxidkörnern.
Eine Vielzahl vo solchen Microvaristoren ergibt den Varistor, der mit zunehmender Fläche ein größeres
Ableitvermögen erreicht. Mit dicker werdenden Varistorscheiben werden der Schutzpagel und die Nennspannung
höher, da sich die Zahl der in Reihe geschalteten Microvaristoren, die jeweils einen Spannungsabfall von
4V hervorrufen, erhöht. Varistoren haben eine symmetrische Strom-Spannungs-Kennlinie. Ihr Widerstand nimmt
mit steigender Spannung ab, so dass sie bei hohen Spannungen ein gutes Ableitevermögen aufweisen.

U-/I-Kennlinie eines Varistors
Nachteilig beim Einsatz als
Überspannungsschutz sind das mittlere Absorbtionsvermögen, die Alterung und die relativ hohe Eigenkapazität.
Sehr häufige oder sehr energiereiche Ableitungen bis hin zum Granzableitstrom lassen die beschriebenen
Diodenkörner durchlegieren. Auch spielt die Steilheit der abzuleitenden Impulse bei dieser Alterung eine
Rolle. Im Ergebnis dessen sperrt der Varistor im Bereich seiner Nennspannung nicht mehr ausreichend. Die
Folge davon ist eine starke Erwärung aufgrund des stattfindenden Stromflussen durch das Bauelement. Es ist
deshalb Stand der Technik, dass Varistoren auf ihre Temperaturentwicklung hin überwacht werden.
Für hochfrequente Datenübertragungen lassen sich Varistoren aufgrund ihrer hohen Eigenkapazität nicht
einsetzen. Gemeinsam mit der Induktivität der angeschlossenen Drähte bilden sie einen Tiefpass, der die
hochfrequenten Signale herausfiltert. Bis hin zu 30kHz ist die Verwendung von Varistoren jedoch unbedenklich.
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